Archive for ‘Medien’

April 9, 2013

Schöne mobile Technik, alternative Apps und unsere Privatsphäre

** Upps, Text ist in Bearbeitung, hab mich verklickt und zu früh gepostet**

-> Der Post wird später fertig, ich aktualisiere auch zwischendurch

-> Links sind schon unten :-)

In diesem Beitrag verlinke ich eine Alternative zu Googles Android-Imperium und ein paar Apps zur Erhaltung Eurer Privatsphäre. Außerdem werde ich zeigen wie es zu unserer (teilweise unbemerkten) Abhängigkeit von den Handy-Vertrieblern kam und warum das für Kunden Mist ist. Wer keine Zeit hat kann nach unten scrollen und Downloads anwerfen (lesen kannst Du nachholen während Du das installierst ;-)

In den letzten Jahren sind unsere tragbaren technischen Helferlein geradezu mutiert. Einerseits sind noch Handys im Einsatz mit grünem Display, andererseits finden sich wie selbstverständlich Multi-Kern-Sensor-Web-LTE-Touch-you-name-it-Geräte in den Händen aller.

Ich fand die Entwicklung anfangs genial, wurde dann aber zügig ausgebremst. Denn was bisher geboten wurde, waren Mond-Preise incl. Sklavenverträge für Datenübertragung & Gerät. Auch die beworbene, umfangreiche Funktionalität ware nie gegeben oder wurde zu Gunsten der Herstellers/Netzbetreiber verstümmelt. Man konnte gut erkennen, warum das Mist war, der da verkauft wurde: die, die so ein Gerät hatten, sind immer nur rumgerannt und haben allen erzählt was das kann, diese Funktionen aber nie in den Alltag eingebunden. Das erinnert mich jetzt spontan an die NLP-Gemeinde :-) Die rennen auch immer rum und erzählen was der Bandler und der Grinder alles gemacht haben. Und was alles möglich ist wenn man das richtig kann^^ Klar, was teuer war, muss auch was wert sein und Potential ist heutzutage im Bullshit-Bingo ein beliebter Begriff. Jetzt wieder zur Technik.

Die Hersteller™ die früher™ die Mobiltelefonsoftware geliefert und nie richtige Updates machten konnten nach Apple-Vorbild in den letzten 2-3 Jahren (ok, Symbian vor 4-5 Jahren) die Entwicklungsarbeit für fast alle notwendigen Programme und damit hauptsächlich Kosten und Risiken outsourcen UND TROTZDEM mit den Apps viel Geld verdienen. Außerdem wurde alles Beta und noch teurer. Voll gut. Irgendwann in letzter Zeit kamen alle (Kreditkartenunternehmen, Geheimdienste, Ladenketten, …) auf den Trichter, dass Daten von Kunden, so umfangreich und richtig wie möglich, der heilige Gral sind. Also wird gesammelt und experimentiert was die Datenbank so hergibt. Dabei wurden interessante Entdeckungen gemacht. So kann man dank der Sensordaten im Telefon die Geheimnummer herausfinden. Es reichen drei Anrufe mit Standortbestimmung um Telefone Menschen in riesigen Datenbanken zu zuordnen, früher dachte man, es seien vier nötig. Auch schon wenig. Das Telefon des Freundes eines Freundes *reusper* greift auf WLAN-Daten und Handy-Funkzellen zurück um bei der Ortung das interne GPS schneller und genauer zu machen. Britische Geheimdienste nutzen Spionagesoftware für Telefone die immer wieder Bilder macht die im Anschluss zu etwas wie Streetview zusammengesetzt werden können. Suchmaschinen und Onlineshops speichern jeden Tastendruck (ob abgeschickt oder nicht) um uns noch mehr zu verkaufen, halten uns dadurch aber in einer Blase gefangen.

Die Daten die privat, also von Firmen, gesammelt werden vermischen sich. Man handelt untereinander und da viele Internetservices überall auf der Welt vertreten sind, gibt es meistens nur laxen oder gar keinen Datenschutz. Das die Daten zu viel oder zu unscharf sind ist höchstens ein Argument für Bequemlichkeit. Google hat das gesamte Internet mehrfach gespeichert. Da ist auch noch Platz für die Amazon-Wunschliste und die letzten Paypal-Zahlungen bei ebay. Solche Daten zusammen zu bringen ist höchstens eine Fingerübung für die Algorythmen die uns kategorisieren und katalogisieren.

 

 

Links:

Cyanogenmod (Alternatives Betriebssystem)

Team Win Recovery Project (Programm um das alternative Betriebssystem aufzuspielen, sowas-wie-BIOS ist der Vergleich für die Oma^^)

The Guardian Project (einfache mobile Apps zur sicheren Kommunikation aus dem Kreis des Torprojects)

F-Droid (unabhängiger App-Store, geht auch mit Google-Geräten)

Alternative.to (Datenbank die Alternativen zu beliebter/gehasster Software zeigt)

Linux Mint (anstatt Windows, auch prima Alternative zum Abhörlinux Ubuntu)

TorBirdy (Plugin das Thunderbird für die Nutzung über Tor einrichtet)

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März 29, 2013

Mindblowing-Filmtipp: Adam Curtis „All watched over by machines of loving grace“

Upps, im falschen Blog gepostet. Hier der Link zum Blogeintrag.

Oktober 13, 2012

Die Mainstream-Ökonomie und ihr Versagen

Sehr spannender Vortrag von Prof. Bontrup zur aktuellen Situation. Er ist kein Crackhead sondern macht alles in allem einen vernünftigen, überlegten Eindruck. Aktuelle Themen werden beleuchtet und gut erklärt. Sehr sehenswert.

Außerdem spricht er die Reduzierung der 35 Stunden Woche auf 30 Stunden an. Das finde ich ja schon eine Weile interessant. Laut ihm kann das helfen. Bei vollem Lohnausgleich der sich in dem Modell finanziert.

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Juli 21, 2012

Lassen Sie es, Sie müssen das nicht machen.

Genderthemen sind nicht unbedingt mein Interessengebiet. Auch in Frauenmagazinen lese ich nicht, außer ich komme zufällig an einer Emma vorbei. Was die taz aber hier beschreibt, bedarf besonderer Beachtung. Wer es noch nicht gemerkt hat, unsere Gesellschaft wird pornografisiert (kann man das so sagen? Wo ist mein Lektor?).

Porno wird in oder Trend, auf jeden Fall immer mehr gedulded und es wird schon länger damit Werbung gemacht. Tanzcafes  und allerlei Veranstaltungen zeigen auf Plakaten nicht nur viel Haut von leicht bekleideten Frauen. Auch der Titel reduziert sich auf Beispielsweise Porn-Party oder Fucking Island Party dabei sind keine Darsteller geladen, sondern Menschen wie wir. Das kennt man ja und ich dachte immer, das es bestimmt weniger würde weil irgendjemand mal die Schnauze voll hat.

Was mich jetzt aktuell aus den Latschen haut sind die Beispiele aus Zeitschriften in der taz (Titel: Frauenmagazine und Sexismus: Faschismus auf Hochglanzpapier). Ich zitiere mal was draus:

In der Juni-Ausgabe [der Jolie] findet sich ein „Blowjob-Guide“, der Fragen zu Oralsex beantwortet: Muss eine Frau stöhnen, wenn sie einem Mann einen bläst, auch wenn sie es nicht so toll findet? Muss sie auch die Hoden lecken? Was soll sie tun, wenn sie beim Blasen einen Würgereiz kriegt? Die Antwort ist nicht: „Lassen Sie es, Sie müssen das nicht machen.“ Sondern: „Üben, üben, üben!“ Der Tipp kommt von einer Julia, die in einem „Edelbordell“ arbeitet. Und „Pornostar“ Mia Magma erklärt: „Viele Männer stehen darauf, wenn es einem die Tränen in die Augen treibt.“

LOLWUT!? Das gibts am Kiosk zu kaufen. Auch für sechzehnjährige, oder jüngere. Die Verkäuferin glotzt vielleicht, denkt aber, dem Mädchen gehts um die Probe Lippenstift. Bah!

Aber kann es sein, dass die Millionen von Frauen, die diese Magazine lesen, völlig fertig und hässlich durch die Welt irren und dankbar lächeln, wenn man ihnen erklärt, wie das denn geht mit dem Leben und so?

Gute Frage. Leider ist der Artikel viel zu kurz für so ein tiefgreifendes Thema.

Natürlich müssen die Pimpertipps nicht gelesen werden. Frau kann sich darüber freuen, dass auch Männerzeitschriften voller esoterisch anmutender Sextipps sind und Männer hinlänglich als hässlich, gar eklig degradiert werden sobald sie mehr als 8% Körperfett rumtragen.

Leider wird das trotz Erniedrigung gelesen, man/frau möchte ja endlich richtig sein um glücklich zu werden. Vor allem, wenn es um Sex- oder Schönheitstipps geht. Einen interessanten Einblick in die Themen, auch der Pornografisierung, gab es auf der re:publica in diesem Jahr. Make Love Not Porn – Website und Vortrag:

Juli 8, 2012

Das neue Melderecht und die Demokratie

Schaut Euch das mal an. Was hier passiert ist? Oh, das hat man natürlich nicht mitbekommen: in unter einer Minute wurde während des EM-Halbfinales die Städte und Gemeinden zu Adresshändlern für Werbetreibende und Inkassounternehmen.

Die ARD weiß dazu:

Der Bundestag hatte das Gesetz am Donnerstagabend vergangener Woche beschlossen, wenige Minuten nach Anpfiff des EM-Halfinalspiels Deutschland-Italien. Abgeordnete waren zum Zeitpunkt der Abstimmung kaum noch anwesend – und auch die breite Öffentlichkeit dürfte sich eher für Fußball als für eine Bundestagssitzung interessiert haben.

Wer klagt jetzt vor dem Verfassungsgericht?

Die Welt spricht übrigens von

… Heuchelei der Politik… ein Tiefpunkt des Parlamentarismus…

Ps.: Natürlich ist das demokratisch gewesen!1 Alle waren dafür.

Juni 13, 2012

Wollen die das wirklich? AKW-Betreiber fordern Entschädiung für Ausstieg

15 Milliarden fordern sie, fünfzehn Milliarden für die Verluste, die ihnen die Energiewende beschehrt. Es geht um Enteignung und entgangene Gewinne. Nachzulesen ist das ganze hier bei der Faz.

Also ich denke, die kommen damit nicht durch. Wir (der Staat) haben so viel Geld in die Atomkraft investiert, dass denen nur juristisches Gemurmel helfen kann. Vom gesunden Menschenverstand her sollten wir stärker an den Gewinnen beteiligt sein und für die Verschmutzung der nächsten 100000 Jahre entschädigt werden.

Juni 6, 2012

ACTA Demos die 3. – jetzt erst recht

Wer die Diskussion um ACTA verfolgt hat, dem wird nicht entgangen sein, dass neue Demos am Wochenende sind.

Was ist ACTA?

Um was geht es bei Urheberrecht? Wie sehen die Alternativen aus?

Chaosradio – Kopierkulturkampf

Ältere Posts zu ACTA:

Das Internet ist da II

Der Streit um das Urheberrecht

Die ACTA-Polizei ist da

Mai 17, 2012

Seelenfresser für die Sicherheit

Die breit angelegte Überwachung schafft noch mehr Unsicherheit. Denn es geht nicht um Sicherheit, sondern um Kontrolle.

Es dreht sich alles um das Gefühl der Sicherheit, etwas subjektives. Anstatt jetzt dieses Gefühl mit Höhlenbau unterm Wohnzimmertisch oder auf dem Dachboden zu erreichen, wird versucht dieses Gefühl durch maschinelles ausleuchten und algorhytmisches Durchschauen herzustellen. Indem man die die kuschelige Dunkelheit der schützenden Sofadecken und weichen Kissen mit dem ersetzt was sich anfühlt die eine Prostatakrebsvorsorgeuntersuchung auf dem Rasen eines voll besetzten Fußballstadions, gibt man uns Wärme und Geborgenheit. Aha.

Wirkliche Sicherheit kommt aber aus einer gefestigten, selbstbestimmten Persönlichkeit. Das wird aber weder geschult, noch kulturell gefördert. Anstatt Menschen zu Kreativen zu machen, werden beispielsweise manche Berufskreative zu panischen Puppen der Kontrollorgane. Nur wenn Menschen, die ich nicht kenne, und Maschinen, die ich nicht verstehe, in mein tiefstes Inneres blicken können, bin ich sicher – so versucht man es zu verkaufen. Aus dem dabei entstehenden Gefühl entsteht zwangsläufig eine ängstliche Oberflächlichkeit. Eigene, etwas tiefer liegenden Gedanken verunsichern, weil sich vielleicht nicht konform sein könnten. Sie sind ein so starker Grund zur Besorgnis, dass ich sie meide. Das ist auch noch gern gesehen, es nützt der unbestimmten Angst. Anstatt uns positiv zu konditionieren und somit wirkliche Kreativität und eigenes Denken zu fördern, sollen wir bei kleinsten Fehlern bestraft werden können. Dieser Gedanke ist in der kompletten Überwachung eingeschlossen.

Die Angst fördert den Markt.

Wir werden oberflächlicher und damit einheitlicher, es arbeiten die Seelenfresser, halten uns vom Tiefgang ab. Der gerechte-Welt-Glaube der uns begleitet wie ein eingewachsener Zehennagel kann nur dort Fuß fassen, wo man sich noch den Schuh des Mittelstands anziehen lässt. Viele der Schuhträger kämen ohne 1€-Ramschware und (billigen?) Discountern finanziell nicht durch den Monat. Und ich spreche hier nicht von Leiharbeitern sondern von Abteilungsleitern die sich von den Verleihnixen abheben wollen/müssen. Zwei Urlaube im Jahr funktionieren nur noch wenn Mutti in Vollzeit arbeiten geht – anders als bei der Generation vorher. Merkt das niemand?

Die Arbeit der Seelenfresser.

Man kann sich das so vorstellen: Würden an einem gemächlichen Sonntag Abend Gedanken aufsteigen, die nicht zum Weltbild  passen, müsste man sich bewegen, aus der Gewohnheit, vielleicht aus der Gesellschaft heraus treten. Viel zu viel Elend würde auf einmal bewusst werden. Es würden Dinge in Frage gestellt, die nicht nur das derzeitige Sozialleben sondern vielleicht das Arbeitsleben und den Konsum in Frage stellen – das ist derzeit also die gesamte Existenz. Glücklicherweise wird uns geholfen, das zu vermeiden. Irgendwie schön. Schön gruselig, da man sich gegen sich selbst stellt. Zusehends werden wir neurotischer und beschränken uns auf „zugelassene Neurosen“. Beispielsweise Arbeit, Einkaufen, Angst, Fitness, Fernsehen, u. s. w.

Je lauter die allgemein annerkante Wahrheit von heimischen Videowänden und Lokalzeitungen gerufen wird, umso mehr wollen wir dem Bild folgen. Der Fernseher als Peer-Group und Facebook als Freundesersatz bieten ein schmales Podest der eigenen Meinungsfindung. Die dazu propagierten Abgründe lassen vor eigenen Gehversuchen zurückschrecken. So sehr seit 2001 Überwachung propagiert wird und nur wenige wissen wo wir wirklich stehen, kursiert jetzt schon die Meinung das „die da oben eh machen können was sie wollen“.  So ein Satz wird dann in schizoider Spaltung an Facebook-Walls geheftet und gefällt.

Meiner Meinung nach wird viel Energie verbraten um sich selbst zu spalten. Dürfte der Umfang der Unmenschlichkeit auf der Welt erkannt werden, könnte man nicht mehr still sitzen. In Diskussionen wird ausgeblendet, abgelenkt, logische Fehler begangen, wie beispielsweise die Beantwortung nie eingebrachter Argumente. Weil wir kaum gelernt haben logisch zu Argumentieren merks auch keiner. Meistens herrscht ein Klima der unterschwelligen Angst, das mich an die Nazis erinnert & hinterher wusste keiner was davon. Vielleicht ist es nur ein ungutes, ungemütliches Gefühl das irgendwo der Wurm drin ist.

Präventives …na was nu?

Wir können uns im Nachinein auf Fehler besinnen und entsprechend verurteilen, Gesetze erlassen, u. s. w.. Jetzt präventiv alle durch schleichend fortschreitende Überwachung zu verdächtigen schafft nur imaginäre Kontrolle aber vor allem Gleichschaltung. Um den Wunsch nach der  Freiheitlich demokratischen Grundordnung aufzuweichen hat der 11. September gereicht, als Schuß vor den Bug unserer Einheitsmöbel aus individuellen Großmärkten. Ohne ein Unglück in diesem Ausmaß hätte es nie zu der Katastrophe der präventiven Schutzmaßnahmen kommen können. Und immer noch bemühen wir das aufgebauschte Medienereignis um Augenwischerei einerseits (Politik, Feindbilder) und Vernachlässigung andererseits (Bildung, Kultur) zu rechtfertigen. Kulturreduzierung durch Vereinheitlichung (Sunshine Live ist qualitativ auf der Stufe des Musikantenstadel) und Verhärtung gäniger Vorurteile für die, die der PR folgen, sind Simplifizierungen die das Denken oben halten oder überflüssig machen. Plakate sagen mir wo ich hin gehöre. Das Fernsehen und die Markenwelt auf Facebook bieten ein schön einfaches, in sich geschlossenes Weltbild. Die Logik bleibt zwar auf der Strecke, aber hey, wir wollten doch vorsichtshalber nicht so tief denken.

Gehört man dazu, prima. Denn wer nichts zu verbergen hat, hat meistens auch nichts zu befürchten. Aber wehe wehe wehe, wenn ich auf das Ende sehe. Der Pfad wird schmaler und je klarer es wird, dass das Belohnungs- und Bestrafsystem willkürlich ist, umso neurotischer werden wir uns verhalten. Ob man sich jetzt zu Kirchen oder anderen esoterischen Gruppen hingezogen fühlt um den Zufall der Welt und die gepredigte Leere des herrschenden Produktindividualismus zu kompensieren oder halt einfach so paranoid wird, spielt in diesem System des gezogenen Misstrauens kaum eine Rolle. Wir sollten uns darauf besinnen wie schön, groß und einmalig unsere Welt ist und das Gefühl genießen jetzt mitten drin zu sein und dazu zu gehören. Ok, ich predige jetzt keine Postkartensprüche :-) Dieses Video kommt dem ganz nahe was ich meine: The most astounding fact.

April 8, 2012

Auch wir sind die Bösen – Wie lange spielen wir noch mit?

April 6, 2012

Das Internet ist da II

Neue Demos gegen ACTA geplant! 9.6.2012, bitte hingehen. Es geht auch um Dein Internet, also kümmere Dich darum! Falls ACTA schon wieder aus dem Gedächtnis (LOLWUT?!) verschwunden ist, hier gibt es nochmal die Infos über ACTA und von den letzten Demonstrationen. Ich hoffe, wir können dieses Mal wieder bei strahlendem Sonnenschein demonstrieren. -12 Grad wird es auf jeden Fall nicht geben.

Warum Datensammelwut (und „ich habe doch nichts zu verbergen„-schnöseln) uns letztlich doch das Genick brechen kann (oder schon gebrochen hat, neue Verschwörungstheorie) sehen wir schön visualisiert von der Zeit. Malte Spitz stellte 6 Monate seiner Vorratsdaten zur Verfügung. Man stelle sich vor, wie genau die Provider über Kanzlerin oder Bürgermeister bescheid wissen.

Es gibt mal wieder keine Gefahr für die Bevölkerung: In Frankreich brennt es im AKW Penly. Es ist wohl Öl ausgetreten das brannte, die Feuerwehr war da, man hat das AKW runtergefahren. Aber die Anlage sei sicher. Heute früh um neun Uhr schrieb dann die Zeit, das Radioaktives Wasser ausgetreten sei. Bereits 2007 gab es Probleme mit dem AKW, man bemerkte bei einer Routinekontrolle, dass die Notkühlanlage defekt war. Und im September ist ein Ofen einer Verbrennungsanlage explodiert, in Penly.

Wer sich jetzt Sorgen macht, alles halb so schlimm, die USA buchten die Konkurrenz (auch unsere) ein. Und sie möchten gerne Nuklear-getriebene Drohnen bauen. Dann muss man die blöden Bösen nur noch per Fernbedienung jagen. Das ist der wahr gewordene, feuchte Traum eines Nerds am falschen Platz.

Meanwhile in Germany: die Kontentmafia versucht Jugendlichen und Eltern mit einem Flugblatt das Hirn zu waschen. Weiß jemand wo das überall verteilt wurde? Naja, jedenfalls dürften wir diesen Sommer mehr freie CC-Musik hören, denn die GEMA verschlimmbessert ihr Tarifsystem.

Ansonsten fliegt uns vielleicht eine Gasplattform um die Ohren, oder das Leck blubbert weiter vor Schottlands Küste dahin. Alle müssen sparen, auch die Energievermarkter, da müssen wir jetzt alle an einem Strang ziehen. Auch die Tiere, die dort leben, ist schließlich auch ihr Planet und für den reißt man sich gerne mal am Riemen. Gell, ihr Tiere?

Da möchte man sich doch zum Bundeswehr-Krypton in die Asse legen und in Embriohaltung zusammenrollen, warten bis die Welt wieder normal ist. Oder man schreibt sowas tolles wie Bettina Gaus.

Na, positive Nachrichten immer ans Ende (das Wetter gibt ja nichts her): einen schönen Ansatz als nutzbaren Gegenentwurf  zu Facebook, eDonkey und zentraler Datensammelwut bietet RetroShare. Einen kleinen Abriss dazu und zur Saugstubengeschichte der letzten Jahre hat Telepolis parat. Wenn die Gurtpflicht für die Datenautobahn eingeführt wird, dann machen halt alle I2P, oder Freenet, das wird dann auch schneller :-)

Auch positiv: der Landesbeauftragte für den Datenschutz Baden-Würtemberg hat einen öffentlichen Schlüssel auf seiner Seite liegen und warnt davor, dass E-Mails im Netz gelesen werden (können). Warum machen das nicht alle Behörden? Dank PGP/GnuPG könnte man auf so manche Funktion des unsicheren neuen Personalausweises verzichten. Die User wären trotzdem selbst verantwortlich und es wäre viel preiswerter.

Oh, was ist eigentlich mit Syrien & Iran?