MachtMedien

Medien, Macht, Medienmacht, Machtmedien

Journalisten haben Macht. Sie verfügen über Informationen. Sie wählen sie aus, platzieren sie, lassen sie weg. So nehmen sie Einfluss auf die Weltsicht und Meinung ihrer Leser, Zuschauer oder User.“

Das ist die Einleitung eines Artikels über die Macht der Medien. Überprüfen wir mal diesen, von Journalisten fabrizierten Text anhand seiner Aussage:

‚Journalisten haben Macht.‘

Ja, manche Journalisten haben eine gewisse Macht, Herr Diekmann zum Beispiel. Und die anderen? Die weitaus meisten müssen wohl das kommunizieren, was ihr Arbeit- oder Auftraggeber publiziert haben möchte. Und sie müssen es in der gewünschten Art und Weise tun. „Es gibt nach wie vor viel zu viele unerfreuliche Entwicklungen, wie Honorardumping, Knebelverträge und mangelnde rechtliche Absicherung, die die Arbeitsbedingungen für freie Journalisten nach wie vor schwierig gestalten“, kommentiert Prof. Dr. Siegfried Quandt, Präsident des Deutschen Fach-Journalisten Verbands, die Ergebnisse einer Studie zu Arbeitsbedingungen, Auftragslage und Sebstverständnis Freier Journalisten in Deutschland. Macht? Ja, is klar. ;)

Zurück zu Herrn Diekmann. Welche Macht hat er denn genau? Dürfte Herr Diekmann die BILD-Zeitung ungestraft in eine Richtung lenken, die von seinen Brötchengebern so nicht gewünscht ist? Wohl kaum. Die angebliche Macht der Journalisten ist in den meisten Fällen letztlich die Macht derjenigen, die zum Lebensunterhalt der Journalisten beitragen. Wes Brot ich ess, des Lied ich gezwungenermaßen sing. Und wer bezahlt die Journalisten, deren Arbeit die größte Reichweite erzielen? Große Medienhäuser und Fernsehsender.

Eine wahrheitsgemäßere Version des obigen Zitats wäre also:

Medienunternehmen haben Macht. Sie verfügen über Informationen. Sie wählen sie aus, platzieren sie, lassen sie weg. So nehmen sie Einfluss auf die in ihrem Auftrag geleistete Arbeit von Journalisten, die Weltsicht und Meinung ihrer Leser, Zuschauer oder User.“

Auch wenn es mittlerweile zunehmend kritisiert wird, ist Gewinnmaximierung immer noch das selbstverständliche Ziel von Unternehmen. Welche Informationen täglich ausgewählt, platziert oder weggelassen werden, womit der Souverän – das Volk – gelenkt wird, ist mit dem Profit des Medienkapitals verknüpft. Wollen wir Medien haben, die uns wirklich gut informieren und uns Entscheidungen treffen lassen, die gut für uns und unsere Gemeinwesen sind, müssten wir also dafür sorgen, dass dann am meisten Profit gemacht wird, wenn Medienprodukte diesem Bedürfnis dienen. Wenn wir das wirklich wollen, müssen wir neu über Medien nachdenken, neue Medien(konzepte) schaffen und wir haben einen sehr langen Weg vor uns.

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